Der 8. März ist etwas ganz Besonderes. Nicht nur für alle Geburtstagskinder denen wir hiermit von Herzen alles Gute zum Geburtstag wünschen. In Berlin und in 26 Ländern weltweit ist der „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ ein gesetzlicher Feiertag.
Allerdings trägt der internationale Frauentag diesen Namen erst seit 1975. Auch die Festlegung auf den 8. März gibt es erst seit 1921. Zwar wurden vorher auch schon Frauentage begangen, allerdings fanden diese nur auf nationaler Ebene und meist im Rahmen einer Demonstration bzw. Arbeitsniederlegung statt wie z.B. in den USA bereits Ende des 19. Jahrhunderts.
Dort streikten Fabrikarbeiterinnen der Textilindustrie für bessere Löhne. Denn schon damals gab es das sogenannte „Gender-Pay-Gap“. Das statistische Bundesamt übersetzt diesen Begriff wie folgt: „Der Gender Pay Gap ist die Differenz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes (ohne Sonderzahlungen) der Frauen und Männer im Verhältnis zum Bruttostundenverdienst der Männer.“ Grob umrissen also wie viel Frauen im Vergleich zu Männern weniger verdienen.
1909 traten dafür die „Picket Ladies Tailors Strikers“ in den „Hemdbundstreik“ und zogen durch die Straßen New Yorks. Die Näherinnen legten für ca. 2 Monate die Arbeit nieder und forderten neben höheren Löhnen auch bessere Arbeitsbedingungen. Letztendlich hatten sie den längeren Atem und die Fabrikinhaber gaben nach. Daraus resultierte der nationale Frauentag vom 20. Februar.
Inspiriert wurden diese Frauen von der wohl bekanntesten Frauenrechtsgruppierung Europas – den Suffragetten. Diese waren bereits Anfang des 20. Jahrhunderts in Großbritannien aktiv und setzten sich vor allem für das Frauenwahlrecht ein. Die von Emmeline Pankhurst angeführte Bewegung setzte bei ihrem Protest anfangs auf politischen Diskurs und Aufklärung. Da sich hier kaum bis keine Erfolge einstellten, griffen sie zu immer drastischeren Methoden: Begonnen bei Tabubrüchen wie dem Rauchen in der Öffentlichkeit über Protestmärsche bis hin zu Brand- und Bombenanschlägen. Auch einige Briefkästen hatten unter Säureanschlägen zu leiden.
Derartiger Protest war den Frauen in Deutschland zu dieser Zeit leider nicht möglich. Es war ihnen per Gesetz verboten sich politisch zu organisieren. So gründeten sie spezielle „Handarbeitskreise“, „Lesezirkel“ und ähnliches, um sich auszutauschen. Erst mit in Kraft treten des Reichsvereinsgesetzes am 15. Mai 1908 durften sich Frauen in Deutschland offiziell politisch engagieren und einer Partei beitreten.
So verwundert es nicht, dass eine Deutsche auch ausschlaggebend für den ersten offiziellen internationalen Frauentag war. Die Sozialistin Clara Zetkin, Herausgeberin der Zeitung „Die Gleichheit“, schlug auf der 2. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen (27.08.1910) einen jährlichen Frauentag vor. Letztendlich fand dieser am 19. März 1911 in Deutschland, Österreich, Schweiz, Dänemark und den USA statt.
In den darauffolgenden Kriegsjahren wurde das Thema Frauenrecht immer mehr an den Rand gedrängt. Pünktlich zum Kriegsende 1918 wird das allgemeine Wahlrecht eingeführt. Dies galt für alle Männer und Frauen ab 20 Jahren. Allerdings war die politische Landschaft in der jungen Republik nach Ende der Monarchie und eines Weltkrieges noch recht chaotisch. So kam es zu einer Aufspaltung der Sozialistinnen in SPD und KPD. Daraus resultierend wurden 2 Frauentage im Jahr begangen, die immer mehr an Bedeutung verloren.
Clara Zetkin war auch hier wieder die treibende Kraft, um einen einheitlichen Tag zu etablieren. Aufgrund ihrer Bestrebungen hat sich der 08. März seit 1921 durchgesetzt. In den folgenden Jahren erkämpft sich dieses Datum seinen Platz in der Welt, nur um im Dritten Reich wieder aufs Abstellgleis gestellt zu werden. Die Wertepolitik dieser Zeit ließ keinen Frauentag zu. Deshalb war er bis 1945 offiziell sogar verboten.
Jedoch galt damals wie heute: Todgesagte leben länger. In der Nachkriegszeit gewann der Frauentag immer mehr an Bedeutung und so feierte der 08. März dank der neu entstandenen Bewegungen rund um den Globus schließlich sein Comeback.
In diesem Sinne enden wir mit den Worten der Jazz-Legende Ella Fitzgerald:
„Gib niemals auf, für das zu kämpfen, was du tun willst. Wo Leidenschaft und Inspiration ist, kann man nicht falsch liegen."
Quellen:
ww.dgb.de
www.mdr.de
www.un.org
www.destatis.de
www.ndr.de