Bild: Abgeordnetenbüro Dr. Fabian Mehring

11.08.2021
Die Freien Wähler Langerringen informieren: ARVALUS – Innovation aus Langerringen

Die Landwirtschaft befindet sich im Wandel und einen, der mit seinem StartUp mittendrin ist, haben wir besucht. Im Folgenden lesen Sie unser Interview mit Christian Matthesius:

Erst einmal vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview genommen hast. Für alle, die Dich noch nicht kennen, würdest Du Dich bitte kurz vorstellen?
Ich bin Christian Matthesius, 42 Jahre jung und gebürtig aus Mittelstetten. Seit 2005 habe ich eine Hofstelle in Langerringen und bin seit 2010 offiziell sesshaft im Eigenheim zusammen mit meiner Frau Sonja und unserer Tochter.

Du bist ökologisch wirtschaftender Landwirt im Nebenerwerb. Liegt Dir die Landwirtschaft im Blut?
Ja, ich bin gelernter Landwirt und habe nach meiner Lehre die Technikerschule in Triesdorf besucht. Im Hauptberuf war ich bisher immer im Agrarsektor angestellt, war einige Jahre bei der BayWa und seit 2017 bin ich beim Saatgutzüchter Pioneer als Verkaufsleiter für das Gebiet Oberbayern und Teile Schwabens zuständig. Meine Passion aber liegt im Ackerbau und 2005 habe ich mir dann den Traum von der Selbstständigkeit mit dem Hochfeldhof hier in Langerringen erfüllt. Das lässt sich natürlich sehr gut mit meiner Arbeit bei Pioneer verbinden.

Stimmt, es gibt hier sehr viele Pioneer Schilder auf der Langerringer Flur. Was hat es mit denen auf sich?
Das sind Versuchsfelder, um verschiedene Saatgutzüchtungen auf z.B. Robustheit und Ertrag zu testen. Dazu gehören neben Mais zum Beispiel auch Raps und Sonnenblumen. Was im Kleinen begonnen hat, ist mittlerweile eine große Versuchsfeld-Gemeinschaft geworden.

Zurück zu Deinem Unternehmen – Was ist ARVALUS? Der Name klingt sehr interessant.
Arvalus ist bzw. war eine keltische Gottheit der Landwirtschaft und Fruchtbarkeit. Wir fanden das passt sehr gut zu uns, weil wir Problemlösungen für die gesamte Landwirtschaft anbieten wollen. Insbesondere was Schadfraß bei den Frühjahrssaaten anbelangt also Mais, Sojabohnen und Sonnenblumen.

Mit „Wir“ meinst Du?
Meine Frau Sonja und mich. Die Firma ist sozusagen ein Familienbetrieb. Zudem bekommen wir Unterstützung durch Dr. Stefan Wolf. Er steht uns als freiberuflicher Berater mit Rat und Tat zur Seite.

Wie ist die Idee zu ARVALUS entstanden?
Aufgrund der Krähenproblematik in unserer Region muss man sich als Landwirt mit Maisfeldern die Frage stellen, will ich den Maisanbau aufgeben oder will ich weitermachen und Lösungen suchen. Wir haben uns für die Lösungen entschieden, geforscht und 2018 ARVALUS gegründet.

Das klingt sehr interessant. Darf man fragen woran genau geforscht wird?
Das ginge dann doch zu sehr ins Detail aber so viel kann ich sagen: Wir sind an verschiedenen Substanzen dran, die unter gewissen Umständen die Schäden reduzieren können. Wir sind hier aber erst am Anfang und hoffen auf Unterstützung aus Politik und Wirtschaft. Zudem wären die Zutaten die wir verwenden lebensmittelecht. Wir wollten so wenig wie möglich in die „Chemiekiste“ greifen.

Also kann man sagen Nachhaltigkeit ist ein sehr wichtiger Bestandteil für Euch?
Ja unbedingt. Wir sollten, meiner Meinung nach, die Probleme die sich zukünftig in der Landwirtschaft stellen nach Möglichkeit mit regionalen und/oder nachwachsenden Substanzen angehen. Je seltener der Griff zur „Chemiekiste“ desto besser.

Für wen ist Euer Produkt denn geeignet?
Zunächst waren wir auf den ökologischen Landbau konzentriert aber jetzt liegt der Fokus auf der gesamten Landwirtschaft. Die Problematik betrifft mittlerweile ja so gut wie jeden Landwirt egal ob öko oder konventionell. Da bietet es sich natürlich an den Vertrieb von der „DACH“-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz) in Richtung europäischer Markt zu erweitern.

Du hast vorhin die Krähenproblematik angesprochen. Nun hört man immer wieder, dass diese Vögel viel Schaden in der Landwirtschaft anrichten. Was genau tut so eine Krähe denn?
Nun diese Krähen heißen nicht Wiesen- oder Baumkrähen sondern Saatenkrähen. Da ist der Name Programm. Sie fressen vorwiegend frisch ausgesäte oder gekeimte Saatkörner. Dementsprechend fallen Ernten schlechter aus, da weniger Pflanzen wachsen. Früher waren die Auswirkungen viel stärker zu spüren, weil es dann weniger zu essen gab und unsere Vorfahren haben die Vögel dementsprechend durch Jagd dezimiert. Damals hieß es Abschuss der Vögel oder Hungern. Durch den globalen Markt merkt der Verbraucher heutzutage davon aber kaum noch etwas. Die Landwirte hingegen müssen mit weniger Ertrag versuchen Ihre Kosten zu decken. Da kann es schon mal um die Existenz gehen.

Gibt es denn noch andere Möglichkeiten etwas gegen diesen Schadfraß zu unternehmen?
Leider nicht viel, da die Saatenkrähe unter Artenschutz steht. Da geht es um europäisches Recht - Der europäische Artenschutz schützt nun mal auch die Saatenkrähe.

Nun hattest Du Ende Juni speziell zu diesem Thema Besuch vom Landtagsabgeordneten
Dr. Fabian Mehring (FW). Was erhoffst Du Dir von der Politik?

Für einen nachhaltigen Wandel in der Landwirtschaft müssen die Rahmenbedingungen passen. Die Politik muss hier guten Willen zeigen und mitspielen. Von der Forschung und Entwicklung über die Produktion bis zum Feldeinsatz brauchen wir verlässliche Zusagen um planen zu können. Das ist eine der Grundvoraussetzungen für eine zukunftsorientierte heimische Landwirtschaft.

 

Wir bedanken uns recht herzlich bei Christian Matthesius für das Interview. Wer mehr über den Hochfeldhof oder Arvalus erfahren möchte, findet unter www.hochfeldhof.de oder www.arvalus.eu weitere Informationen.

Hinweis: unbezahlte Werbung

Foto: Abgeordnetenbüro Dr. Fabian Mehring